9.–12. Juli 2026

TypoSalon und

Mitgliederversammlung

Schriftwechsel

5. TypoSalon & Mitgliederversammlung

Leben mit der Typografie
9.–12. Juli 2026 in Krumbach

Wieder einmal erwartet uns ein ganz herzerfreuliches Programm von Donnerstagnachmittag bis Sonntagmittag. Auch die Mitgliederversammlung darf und wird nicht fehlen. Diese wird am Samstag um 16:30 Uhr sein.

Fast schon zu einer wunderbaren Gewohnheit geworden, wird uns Maria Deelmann gemeinsam mit ihren Unterstützerinnen wieder auf eine kulinarische Reise mitnehmen, die Gaumen, Magen und Wohlbefinden stets aufs Neue überraschen und erfreuen werden.

Kosten

Die Kosten für Mitglieder betragen 150–250 Euro, je nachdem was Eure Kasse zulässt. Wenn der Betrag gar nicht oder nicht in Gänze zahlbar ist, sprecht uns gerne an.

Die Kosten für Nichtmitglieder des Forum Typografie sind 250 Euro.

Anmeldung

Für Mitglieder

Einladung zum TypoSalon und zur Mitglieder­versammlung per PDF

Bitte zur Rückmeldung die zweite Seite des PDFs ausfüllen und per Post an die Geschäftsstelle senden oder per Mail als Scan oder PDF.

Programm

Grafik: 5. TypoSalon 9.–12. Juli 2026.

Donnerstag
9. Juli 2026

17:00 Begrüßung und Vorstellung des Wochenendes

18:00 Abendessen
mit Maria Deelmann

Freitag
10. Juli 2026

9:00 Frühstück

10:00 Das Fülscher Kochbuch: Gestaltung eines Kochbuches zwischen Erinnerungskultur und Gegenwart – ein Workshop mit Susanne Vögeli

Susanne Vögeli stellt das legendäre Kochbuch von Elisabeth Fülscher vor, ein Werk, das weit mehr ist als eine Rezeptesammlung. Über Generationen hinweg prägte dieses Kochbuch den Küchenalltag, wurde kontinuierlich erweitert und verbindet bis heute Kochwissen, Alltagstauglichkeit und persönliche Erinnerungen. Es gilt nach wie vor als Klassiker der Schweizer Kochbuchkultur.

Im Workshop beleuchten wir die kulturelle und gestalterische Bedeutung des Buches und diskutieren die Beweggründe für den Reprint. Wie kann ein historisches Kochbuch heutigen Generationen zugänglich gemacht werden? Welche gestalterischen Entscheidungen entstehen im Spannungsfeld zwischen Originaltreue und zeitgemässer Umsetzung?

Anhand des Fülscher-Kochbuchs reflektieren wir Fragen der Erinnerungskultur und der Weitergabe historischer Publikationen. Welche Formen der Vermittlung sind möglich? Ist im Falle vom Kochbuch „Elisabeth Fülscher“ die Mystifizierung von „Mutters Küche“ dabei unvermeidlich?

Susanne Vögelis berufliche Laufbahn begann als Drogistin mit einem frühen Interesse an Kräutern, Heilmitteln und deren Wirkung. Die Leidenschaft für Rezepte, Lebensmittel und Esskultur führte sie zur Ausbildung als Kochschullehrerin. 1994 gründete sie in Aarau die Kochschule Cookuk und veröffentlichte im Laufe der Jahre verschiedene Kochbücher über regionale Küchen und traditionelle Schweizer Rezepte. Später übernahm sie das bedeutende Kochbuchwerk von Elisabeth Fülscher und betreut seither dessen umfangreichen Rezeptenachlass. Seit 2022 arbeitet sie zudem an den überlieferten Rezepten von Anna Margarete Kitt aus dem barocken Zürich von 1699. Seit 2018 widmet sie sich im Küchenatelier RAUM ACHT in Aarau neuen kulinarischen Themen. Dort entstehen Kochworkshops, thematische Essen und dokumentierte Projekte rund um Esskultur, Lebensmittel und Küchentechniken. Seit 2024 erweitert SKALAA das Atelier um einen Ausstellungs- und Kunstraum in der Treppenpassage. In Zusammenarbeit mit Kunstschaffenden entstehen thematische Arbeiten, die von Susanne Vögeli performativ umgesetzt werden.

13:00 Mittagspause

14:30 Schrift macht Sprache sichtbar mit Mariko Takagi

Den chinesischen Schriftzeichen wird international die längste ununterbrochene Geschichte zugeschrieben. Auch wenn sich die Darstellungstechnik und -form der Zeichen fortwährend an die Zeit, die Sprache und die Kultur angepasst haben, bleiben sie Übermittler traditioneller Weltanschauungen. Viele Kanji-Nutzer blenden diese Ebene im alltäglichen Gebrauch mehr oder minder aus.

Im Vortrag werden vier sino-japanische Schriftzeichen und deren Interpretationen in Nachschlagewerken und Fachliteratur als Case-Study herangezogen. Es wird gezeigt, wie die Beschreibung der Kanji eine patriarchale Weltanschauung widerspiegelt und zugleich weiter verfestigt.

Die japanisch-deutsche Typografin Mariko Takagi ist Buchautorin und -designerin sowie Professorin. Sie agiert als Vermittlerin zwischen der westlichen und der japanischen Kultur im Allgemeinen – und zwischen lateinischer Alphabetschrift und japanischen Schriftzeichen im Besonderen. Mariko Takagi verbrachte 6 Jahre in Hongkong (2010–2016), wo sie an der Academy of Visual Arts der Hong Kong Baptist University lehrte und zu chinesischen Schriftzeichen und Typografie forschte. Seit 2017 ist Takagi in Kyoto, Japan, wo sie ihre Arbeit als Professorin und Forscherin am Doshisha Women’s College of Liberal Arts fortsetzt. e/moji graphy (2022) ist Takagis jüngste Veröffentlichung, die sich mit der oft falschen Positionierung von Kanji als Ideogramme befasst. Neben ihrer Kanji-Forschung interessiert sich Takagi auch für Aspekte der Sprache.

16:00 Kaffeepause

16:30 Workshop Pixelprint:­ing mit Alain Wohlfarth

Wir drucken mit Klemmbaustein-Fliesen, auch bekannt als Lego Dots™, auf vorbereitete Postkarten. Es gibt eine kurze Einführung in die Drucktechnik und die Herstellung der Druckplatten. Wir drucken mit den Grundfarben und können bei Bedarf jede andere Farbe mischen. Das Spannende an Lego Dots™ ist, dass man an ein Raster gebunden ist – in diesem Fall 10 × 16 (8 × 8 kleine Presse) Einheiten. Die Fliesen gibt es in verschiedenen Formen: Kreise, Quadrate, Viertelkreise und viele mehr. Hier in dieser Galerie findet Ihr einige Beispiele.

Wir drucken mit einer Druckpresse vom Open Press Project. Die Druckgröße ist aufgrund der von uns verwendeten Druckpresse auf 10,5 × 148,5 cm (7 × 7 cm kleine Presse) begrenzt.

Alain Wohlfarth ist 57, verdient sein Geld mit Signaletik und Beschriftungen, hat eine Handsatzwerkstatt in München, liebt Typografie und das Drucken mit alten Druckmaschinen.

20:00 Abendessen

21:00 Tat-Ort Kochbuch

Samstag
11. Juli 2026

9:00 Frühstück

10:00 Ukrainische Schriftkultur im Wandel mit Olha Skorobohatova

Wie entsteht eine Typografie, die eine Nation prägt? Welche Geschichten erzählen Buchstaben über Sprache, Kultur und Identität? Und warum wirkt die ukrainische Schrift so eigenständig, anders als die russische oder sowjetische Tradition?

Die Geschichte der ukrainischen Typografie ist geprägt von Unterbrechungen, Anpassungen und Neuanfängen. Von den ersten Druckerzeugnissen über die künstlerischen Experimente der Avantgarde bis hin zu den Einschränkungen während der sowjetischen Zeit zeigt sich, wie stark politische und kulturelle Einflüsse die Form und Gestaltung der Schrift geprägt haben. Trotz aller Hindernisse entwickelte sich eine eigene Schrift, die eng mit der nationalen Identität verbunden ist.

Heute erlebt die ukrainische Typografie einen Aufbruch. Designer:­innen greifen alte Formen auf, interpretieren historische Schriften neu und verbinden Tradition mit modernen Schrifttechnologien. Entstanden ist eine lebendige, selbstbewusste Schriftkultur, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kreativ miteinander verknüpft.

Olha Skorobohatova studierte Illustration an der Staatlichen Akademie für Design und Kunst in Charkiw (Abschluss 2008). Schon während des Studiums beschäftigte sie sich intensiv mit Kalligrafie, Lettering und Typografie, besonders mit der Verbindung von Bild und Schrift und der Kyrillisierung lateinischer Lettering-Stile für Bücher. Bis zum Beginn des Krieges unterrichtete sie Schrift und Typografie an der Staatlichen Akademie für Design und Kunst Charkiw sowie an der Pädagogischen Universität Charkiw. Seit ihrer Flucht nach Deutschland lehrt sie Kalligrafie an der VHS und Schrift sowie Typografie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

13:00 Mittagessen

14:30 Typographische Kultur mit Susanne Wehde

„Typographische Kultur“ – der ein oder andere wird es kennen: das Buch über Typographie von der Nicht-Typographin, Susanne Wehde. Sie wird keinen Vortrag über die Inhalte des Buches halten, sondern berichten, wie es zu dem Buch kam, in welchem Kontext es entstand, welche Reaktionen es zum Buch gab und wie sie im Alltag seitdem auf Typographie blickt.

Susanne Wehde hat in München vor vielen Jahren Neuere Deutsche Literatur, Soziologie und Theaterwissenschaft studiert; und nach dem Magister im damals neu geschaffenen Bereich Buchwissenschaft an der LMU promoviert: mit ebenjener Studie zur Typographischen Kultur. Nach der theoretischen Beschäftigung mit Bedeutungserzeugung folgte die Praxis der Bedeutungserzeugung im Konsumgüter-Marketing. Bald zog es sie vom Machen wieder zum Analysieren – nun in der Rolle der betrieblichen Marktforscherin, zu deren Tätigkeitsbereichen auch Kommunikations- und Wirkungstests von Packungsdesign und Werbemitteln gehören. Insofern beschäftigt sie sich bis heute als Nicht-Typographin mit Typographie.

16:00 Kaffeepause

16:30 Mitgliederversammlung

20:00 Abendessen

21:00 Drei Typografen im Jazz

Sonntag
12. Juli 2026

9:00 Letztes Frühstück
letzte Worte und leider Abreise

Speis, Trank und Wohlergehen

Maria Deelmann. Ernsthafte Köchin, Rezeptautorin, Lehrmeisterin mit Sendungsbewusstsein für gute, einfache, saisonale Küche. Maria ist verantwortlich für unser Bewirtungskonzept.

Tatkräftig mit dabei sind Neci Leoncio de Andrade, lachende Perfektionistin und anpackende Improvisationskünstlerin und Emma Baur-Laschewski als guter Geist und ruhender Pol, die uns allen zur Hand geht.

Drumherum

Veranstaltungsort

in den Räumen der
Geschäftsstelle Forum Typografie e.V.
Krumbach 1
88348 Bad Saulgau

Übernachtung

Es gibt die Möglichkeit, gemeinsam Ferienwohnungen zu mieten oder ein Hotelzimmer zu buchen.

Anreise

Für alle, die mit dem Auto kommen: ein kleiner Weiler zwischen Braunenweiler und Kleintissen, das Navi findet es (aber darauf achten: Es ist nicht die Krumbacherstraße). Genügend Parkplatz gibt es auch.

Nächster Flughafen: Friedrichshafen, Memmingen und 100 km weg: Stuttgart

Nächste Bahnhöfe: Bad Saulgau, Aulendorf, Bad Schussenried. Vom Bahnhof nach Krumbach: Jemand holt Dich am Bahnhof ab (und bringt Dich natürlich auch wieder zurück). Wir müssen nur wissen, welcher Bahnhof (Bad Saulgau, Aulendorf, Bad Schussenried) und wann der Zug ankommt (siehe Anmeldung). Vielleicht müsst Ihr ein bissle warten, bis der Chauffeur kommt.