28. bis 30. Juni 1996 | Düsseldorf
Johanniskirche am Martin-Luther-Platz


Das Motto »Glaubensfragen» lockte 350 Typografen für drei Tage in die Johanneskirche nach Düsseldorf.
Das 13. Bundestreffen des Forum Typografie bot einen Einblick in typografische Auffassungen, die außerhalb unserer lateinischen Schriftkultur existieren.

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Der Veranstaltungsort war für diese Auseinandersetzung gut gewählt, weil der Ursprung und die Verbreitung fast aller Schriftsysteme mit einer Religion verbunden sind.
Aus dieser Perspektive informierten die Vorträge nicht nur über japanische, ghanaische, arabische und frühchristliche Schriften, sondern zugleich über die mit ihnen verknüpften Glaubensrichtungen und Kulturen. Dass solche Beziehungen auch wechselseitig sein können, bewies die typografische Ausgestaltung der Kirche mit vielerlei Ausstellungen, Rauminszenierungen, Großmonitoren und Leinwänden. Im Gegenzug nahmen die meisten Besucher des Typografentreffens an der Abendandacht sowie am Sonntagmorgen-Gottesdienst teil.
Die von der Kanzel gehaltenen Fachvorträge wurden mit einem Referat über die Rollen von Qumran eingeleitet.

bild2.jpg Das 13. Bundestreffen des Forum Typografie bot einen Einblick in typografische Auffassungen, die außerhalb unserer lateinischen Schriftkultur existieren.
Klaus Peter Staudinger, selbstständiger Designer in Hamburg, berichtete über das zeitgenössische japanische Grafikdesign sowie die dazugehörigen Schriftsysteme Kanji und Kana.
Wie andere Kulturen, insbesondere die arabische, ihre Schrift von allen Einflüssen freizuhalten suchen, schilderte der Berliner Grafikdesigner Rayan Abdullah.
Eine besondere Beziehung zwischen Schrift und Sprache zeigte Mark Kwami, der die Symbolschrift der Ashanti in Ghana vorstellte.

bild2.jpg Dem Himmel nahe:
Französische Verkehrsschilder für das Geschehen im All.


Unsere eigene lateinische Schriftkultur und -geschichte wurde durch den ebenfalls in Berlin tätigen, italienischen Grafikdesigner Alessio Leonardi behandelt.
Alessio Leonardi schilderte kurz den Ursprung unseres Alphabetes, das auf die Reduktion von Begriffen zurückgeht, die unseren Urahnen wichtig waren (Haus = Aleph = A oder Ochse = Beth = B).

bild2.jpg Die Religion spielt in unserer modernen Gesellschaft keine große Rolle, der Kult um so mehr.
Ein sehr zeitgenössischer Kult ist das Internet, über dessen unternehmerische und gestalterische Chancen der Ingenieur Uwe Oevermann referierte.







buch2.jpg Dokumentation
13. Forum Typografie,
60 Seiten, 490 x 580 mm, Zeitungsformat.

Bezug über:
Fachhochschule Düsseldorf,
Fachbereich Design,
Georg-Glock-Straße 15, 40474 Düsseldorf

25 Euro, Versand (Rolle!) 10 Euro

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