3. bis 5. Juni 1994 | Mainz
Fachhochschule Mainz


Der Arbeitskreis Rhein/Main des Forum Typografie richtete das 11. Bundestreffen aus.
Das Veranstaltungsmotto »Etcetera« durfte sehr unterschiedlich verstanden werden.
Das mit vierhundert Gästen gut besuchte Bundestreffen wich in mancherlei Hinsicht von den bisherigen Jahresveranstaltungen des Forum Typografie so sehr ab, dass das Motto »Etcetera« nicht nur die Bedeutung von »Undsoweiter« haben konnte. Dies war auch erklärter Wille der Veranstalter, als sie die Teilnehmer aufriefen, die Frage »Was bedeuten die Buchstaben etc.?« mit einer typografischen Arbeit zu beantworten.
Hans Peter Willberg machte als Vorsitzender des Forum Typografie in seiner Ansprache am Eröffnungsabend einige Lösungsvorschläge; sie gipfelten in dem Wunsch nach einem »Elften Typo Chaos«.

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Am zweiten Tag gliederte sich das Angebot in die Stränge »Schrift auf Bildschirm und Leinwand«, »Schrift in zeitgenössischer bildender Kunst« und »Welche Ästhetik für welche Zielgruppe«.
Jeder dieser drei Komplexe bestand wiederum aus vier Veranstaltungen, die so zeitgleich abliefen, dass jedem Teilnehmer eine Entscheidung zugunsten eines Favoriten abverlangt wurde. Diese Beschränkung auf maximal vier Themen tat gut, da sie eine intensivere Beschäftigung und Diskussion erlaubte als dies auf den meisten Bundestreffen üblich war.
Die Veranstaltungsreihe »Der Zweck und die Mittel – Welche Ästhetik für welche Zielgruppe?« gab viele Anregungen mit, die eine intensivere Beschäftigung mit den Adressaten von Informationen fördern. So zeigte Christoph Gassner an den von ihm gestalteten Zeitschriften »Natur« und »Ökotest«, welche Auswirkung die Zielgruppenkenntnis auf das Layout hat.

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Am Sonntagvormittag wurde ein vielfach geäußerter Wunsch erfüllt, der zum Selbstverständnis des Forum Typografie gehört: die Diskussion um aktuelle Teilnehmerarbeiten.
Die zur Ausstellung »Zeige mir, was du machst, und ich sage dir ...« mitgebrachten Exponate wurden in Arbeitsgruppen mit den Schwerpunkten Plakat, Verlagsobjekt sowie Corporate Design begutachtet und besprochen.
Die Fachhochschule wurde als Veranstaltungsort völlig in Beschlag genommen, innen und außen waren insgesamt sechzehn Ausstellungen, Aktionen und Fassadengestaltungen zu bewundern.

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Dokumentation
zum 11. Forum Typografie,
Verlag Hermann Schmidt, Mainz.
140 Seiten, 205 x 310 mm, Ringösenheftung.
Vergriffen


Die Münchner Gestalter Klaus Meyer und Simone Fischer stellten ihre Konzeption für ein neuartiges Sprachlehrbuch vor.
Das Werk »Die Suche« verfolgt bei der Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache eine didaktische Typografie, wie sie zuvor noch nicht angewandt wurde. Auch hier war der Unterschied zu den überwiegend sprechblasengestützten Unterrichtsmaterialien deutlich, die nicht selten ein merkwürdiges Bild von dem Land vermitteln, dessen Sprache zu erlernen sich die meist erwachsenen Schüler anschicken.
Hans Peter Willberg einerseits sowie Reinhold Morath andererseits stellten ihre stark unterschiedlichen Gestaltungskonzepte für ein Gesangbuch der evangelischen Kirche vor.

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Nicht minder interessant, aber weniger trocken, war das mit einer Weinverköstigung begleitete Gespräch über das Grafik Design von Weinflaschenetiketten.

iDD