Herbst 1983:
Die Context GmbH, ein neu gegründeter Zusammenschluss deutscher und schweizerischer Layoutsetzereien, hatte die Fachpresse und einige Fachleute zu einer Irland-Reise eingeladen, um sich vorzustellen und fernab von den Ablenkungen des Alltags zum fachlichen Austausch anzuregen. Hauptthema war das allgemeine Desinteresse der Grafiker und Werbegestalter gegenüber den Fragen der Typografie; zugleich wurde bedauert, dass auch unter Gleichgesinnten kaum Austausch stattfindet.
Man diskutierte, wie dem entgegenzuwirken sei und schlug vor, einen »Type Directors Club« nach New Yorker oder Londoner Vorbild zu gründen. Diese Absicht wurde in einer nächtlichen Konferenz in Bunratty im Hotel festgeschrieben und später auf der Rückreise in London als Presseerklärung veröffentlicht.

Januar 1984:
Konkreter wurde es beim Treffen am Frankfurter Flughafen. Sollte man nur die »erste Garnitur« zum Club zulassen mit »Patenschaften« für hinzukommende Mitglieder, dem Vorbild des New Yorker »Type Directors Club« folgend? Oder wie sonst könnte die Qualität gesichert werden?
Man sprach ausschließlich und ausdrücklich von einem Elite-Club. Beim nächsten Treffen aller an der Sache Interessierten in Berlin sollten diese Fragen geklärt werden.

4. Februar 1984:
Podiumsdiskussion in Berlin am Rande des deutschen Designertages. Die Ziele und Aufgaben wurden weiter diskutiert und in Kernsätzen festgehalten. Es bildete sich ein kommissarisches Komitee zur Gründung des künftigen Vereins.


30. März bis 1. April 1984:
Treffen des kommissarischen Vorstands in Essen-Kettwig.
Im Sengelmannshof fassten 12 Gestalterinnen und Gestalter die nötigen Entschlüsse über die Struktur und den Namen: Es sollte kein von einem Vorstand zentral gesteuerter Verein sein, sondern ein Forum, »offen für Initiativen jeder Art und allerorts«, – lediglich eine gemeinsame Anlaufstelle sollte es geben.

Als Name wurde »Forum Typografie« gewählt.

Das Forum besteht aus einer Reihe von Arbeitskreisen in den verschiedenen Regionen Deutschlands. Auch die Arbeitskreise werden nicht festgeschrieben, sondern bilden und entwickeln sich nach Bedarf. In ihnen soll die Hauptarbeit geleistet werden; zusätzlich sollen bundesweite Treffen veranstaltet werden.

Später musste doch noch ein Verein gegründet werden, dennoch gilt:
Das Forum Typografie ist kein Verein (es hat nur einen Verein). Eine ebenso wichtige und typische Entscheidung war es, den Anspruch des Elite-Clubs fallen zu lassen. Das Forum Typografie sollte offen für alle Interessierten sein, gerade der Austausch von »Newcomern« und »Alten Hasen« wurde ins Zentrum geschoben. Damit sollte aber der Qualitätsanspruch nicht aufgegeben werden.
Zusammenfassend entstand das Motto:
Nicht das Kapital verbindet uns, sondern die Kapitälchen.
Das Forum Typografie soll keine Weiterbildungs veranstaltung sein, sondern dem Austausch praktizierender Fachleute dienen. Studenten sollten nur am Rande zugelassen sein. (Das hat sich gründlich geändert!)

Vom 12. bis zum 14. Oktober 1984 fand das
1. Forum Typografie in Berlin statt.

iDD